Positive Selbstgespräche
- heil-kunst
- 5. Jan. 2022
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. März 2022
Wir merken oft gar nicht, wie wir mit uns selbst reden:
- „Kunigunde sieht immer top aus, obwohl die noch ein jüngeres Kind hat!“,
„Rosemarie macht dreimal in der Woche Sport …“,
- „Ich krieg´s nicht auf die Reihe!“.
Wer solche Vergleiche und Gedanken hegt, schafft sich ein schlechtes Gewissen, Schuldgefühle und andere Minusgefühle; sie sind Gift für die Selbstwirksamkeit und untergraben die Resilienz. Deshalb solltest du dich dabei „ertappen“ und diese Gedanken sofort „stoppen“.
Sei dir nicht böse, wenn du dich bei Minus-Gedanken „erwischt“, sondern klopfe dir auf die Schulter und denke förderliche Gedanken:
o „Hey, ich hab‘ gerade gemerkt, dass ich mich mit Kunigunde vergleiche! Ich schau jetzt bei mir: Was brauche ich jetzt?“
o „Worauf will ich meine Gedanken/meine Energie stattdessen jetzt lenken?“
o „Mei, ich bin jetzt in einem alten Gedankenmuster: Wie schaffe ich es, aus der Unzufriedenheit rauszukommen?“
Alleine zuhause oder unterwegs kannst du sogar laut „Stopp“ sagen, wenn du merkst, dass du dich im Vergleichsdschungel verirrt hast: Das Gedachte zu hören aktiviert zusätzlich andere Gehirnregionen und wirkt intensiver als das bloße Denken.
Bei aller Mühe um positive Selbstgespräche können dich deine Mitmenschen immer wieder zu Minus-Gedanken anstacheln: Nach einem Ausflug sagst du beispielsweise „das hat Spaß gemacht!“
Nehmen wir an, dein Kind erwidert: „Ich fand es langweilig!“, dann akzeptiere diese Haltung! Beobachte in der Situation deine Gedanken und Gefühle: Nervt dich diese Aussage? Macht sie dich wütend? Oder traurig?
Dein Kind hat seine (ehrliche) Meinung geäußert, das ist kein Grund, um Minusgedanken zu erzeugen, denn aus dem Minus-Denken entstehen Minus-Gefühle!
Lenke deine Aufmerksamkeit auf Freudiges:
Einen Sonnenstrahl, der in den Raum fällt,
ein Lachen,
das Stückchen Kuchen,
eine Whats-App-Nachricht, ...
Jeder Tag ist ein „highlight“ und bietet eine Fülle an Plus-Gedanken.

„Bin ich egoistisch?"
Die Verwechslungsgefahr zwischen Egoismus und Selbstfürsorge
„Bin ich dann nicht egoistisch?“ Diese Frage wird mir mehr als erträglich gestellt.
Denn es geht in meinen Beratungen nie um eine abgehobene, philosophische Betrachtungsweise, sondern um die Sorge, als berufstätiges Elternteil im durchgetakteten Alltag bei einer eingelegten Pause schon den Stempel der Selbstsüchtigkeit zu verdienen. Ich stelle dann klar, dass Selbstfürsorge nichts mit Egoismus zu tun hat.
Auf Planet Erde laufen bestimmt viele „Egoisten“ und „Egoistinnen“ rum, aber die stellen ganz andere Fragen!
Meiner Erfahrung nach gehört das Ego zum Menschsein. Und zu irgendwas ist das Ego gut, sonst hätten wir es nicht. Sonst hätte sich der liebe Gott ja erstmalig vertan!
Schließlich heißt es: „Du hast alle Ressourcen in dir!“ Weshalb sollte das (gesunde) Ego keine Ressource sein?
Ohne mein Ego könnte ich gar keine Texte schreiben, geschweige diese veröffentlichen. Sollten meine Arbeiten als wertlos oder talentfrei eingestuft werden, sorgt mein liebes Ego dafür, aufgrund solcher Beurteilungen keinen seelischen Knacks zu bekommen. Mein Ego hat also u.a. die Fähigkeit, mich zu „schützen“!
Zahlreiche Erfindungen wären nicht gemacht worden, hätten diese talentierten Menschen beim Arbeiten auf die Kritik des Umfeldes gehört und stattdessen „unegoistisch“ den Müll zur Tonne gebracht oder den Kuchen selbst gebacken statt gekauft.
Schließlich ist das Maß entscheidend: Öffentlich bekannte Patriarche überspannen zum Beispiel den Bogen, Mütter, die sich zermürben, unterspannen ihn. Diejenigen, die zu viel Ego auf die Waage bringen, kommen selten von selbst auf die Idee, dass ihr Ego-Anteil überzogen ist. Vielleicht gehst du gedanklich gerade dein Umfeld durch und checkst es auf potenzielle „egoistische“ Naturen …
Doch wenn du ein Exemplar in Form eines Familienmitglieds, eines Teammitglieds etc. ausfindig gemacht hast, zeigt sich bei tieferer oder höherer Betrachtung vielleicht kein egoistisches Wesen, sondern ein menschgewordener Engel mit der Botschaft: „Ich zeige dir das, was du im gesunden Maß entwickeln darfst! Hier liegt dein Potenzial, was gehoben werden darf! Lebe Dich! Raus aus der langweiligen Harmonie! Lerne dich durchzusetzen, Kante zu zeigen!“
Mein Ego ist nur ein Teil von mir. Ein anderer Teil wohnt in meinem Herzen und macht nichts anderes, als Gott zu lieben und sich von Gott lieben lassen. In diesem „Raum“ sind Mitgefühl, Empathie und Barmherzigkeit zuhause. Dieser Raum in meinem Brustkorb ist viel größer als mein Ego. Es ist okay, wenn das Ego zwischenzeitlich mal mehr an die Oberfläche schwappt, denn es gibt Lebensphasen, wo es stärker gebraucht wird.
Bei meiner Vermutung über dich als Lesende/r dieses Blogs wage ich dir zu empfehlen: In diesen fordernden Zeiten des Umbruchs darf es eine Portion Ego mehr sein! Achte auf Dich und erhalte deine Kraft! (Auch wenn der Verstand mit einer überzogenen Sorge daherkommt.)
Wir fassen zusammen: Grundsätzlich können alle mit der Sorge, zu viel Ego an den Tag zu legen, zutiefst entspannen.
Mit dieser Herangehensweise kannst du gleich doppelt Frieden in die Welt bringen: Frieden mit dir selbst und Frieden mit vermeintlichen „Egos“. Dafür darfst du dir anerkennend auf die Schulter klopfen, denn jeden Krümel Frieden hat die Welt bitter nötig



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